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Warum Innovationslabs in Unternehmen oft scheitern.

Steinbeis SMI Round-up 6: News from the World of Change.

Posted by Verena Przybyla -

Unternehmen einer bestimmten Größenklasse, die auf sich halten, unterhalten heutzutage ihre eigenen Innovationslabs. Richtig so, oder? In einem neu erschienenen Buch macht eine Innovationsexpertin u. a. auf die Fallstricke innerbetrieblicher Innovationsbemühungen aufmerksam – eine Zusammenfassung der wichtigsten Gründe gibt es hier in unserem neuesten Blog rund um Digitales, Innovatives und Unternehmerisches. Und wer sich gerade im Urlaub langweilt, findet unten außerdem Hinweise zum Basteln eines eigenen sozialen Netzwerks genau wie Einblicke in die Schmuckwelt der Zukunft …

IM FOKUS: INNOVATION

Wie passiert Innovation? Ganz klar, es braucht Ökosysteme, in denen Menschen mit Ideen, Fähigkeiten und Finanzen aufeinandertreffen. Ein Umfeld, in dem Platz für Experimente ist und Dinge auch mal schief gehen können. Da die Digitalisierung Märkte immer schneller auf den Kopf stellt, ist für Unternehmen Innovation zum Muss geworden. Auf der Suche nach dem nächsten bahnbrechenden Produkt oder Service setzen dabei immer mehr auf interne Innovationseinheiten, die das Geschäft voranbringen sollen.

Wie man diese nun nennt, ob Lab, Accelerator, Inkubator oder Hub, sei dahingestellt. Fest steht, dass diese Experimentierzellen oft scheitern und nicht die gewünschten Ergebnisse liefern. Die Autorin und Innovationsstrategin Simone Bhan Ahuja hat in ihrem neuen Buch „Disrupt-it-Yourself“ drei Hauptgründe identifiziert, woran interne Innovationsansätze von Unternehmen scheitern:

  • Fehlende Ausrichtung auf das eigentliche Geschäft

Wenn Innovationslabs eine klare Strategie fehlt, die sich an der des Unternehmens ausrichtet, hat das oft mit dem sogenannten „Innovationstheater“ zu tun, so Ahuja. Denn wenn das Management rein aus Schauzwecken vollmundig ein Innovationslab eröffnet, damit der Punkt Innovation abgehakt werden kann, agieren Teams von Anfang an ohne Sinn und Zweck. Es werden Ideen entwickelt, die nichts mit den wirklichen Kundenanforderungen zu tun haben oder es gibt niemanden, der dafür sorgt, dass Ideen implementiert werden: „Führungskräfte müssen die Implikationen eines Labs vorher durchdenken. Sie müssen entscheiden, wie es das aktuelle und zukünftige Geschäft komplementiert oder disruptiv wirken soll und sie müssen sich die Arbeit machen festzulegen, wie neue Ideen in die Realität umgesetzt werden.“

Vision, Wachstum und Menschen sind in diesem Zusammenhang für die Innovationsexpertin die drei wichtigsten Aspekte, die bedacht werden müssen: Klare Ziele helfen sowohl den Intrapreneuren als auch der Unternehmensführung, die Richtung und den Zweck von Innnovationsinitiativen zu verstehen und können z. B. die Form von „von/zu“-Aussagen haben wie „Wir möchten den Weg gehen von einer begrenzten Anzahl an Innovation zum Austesten vieler neuer Ideen bei gleichzeitigem Wachstum des Hauptgeschäfts“.
Bei Wachstum geht es darum, sich Gedanken über den nächsten Schritt zu machen: Was passiert, wenn eine Idee validiert wurde und außerhalb des Labs weiterwachsen muss? An welchen Stellen entweder innerhalb oder außerhalb der Organisation kann sie unterstützt werden?
Allzu oft wird auch das menschliche Element außer Acht gelassen. Im Endffekt sind es immer die Leidenschaften und Ziele von Mitarbeitern, die erfolgreiche Innovation im Unternehmen treiben. Entsprechend müssen diese unterstützt werden. Genauso wichtig ist die Kommunikation mit den Endnutzern, deren Probleme neue Ideen lösen sollen.

  • Fehlende Erfolgskennzahlen

Wer Innovationshubs ohne Kennzahlen führt oder vorhandene Metriken unzureichend managt, wird über kurz oder lang scheitern, so Ahuja. Auch wenn der Erfolg von Innovationseinheiten anders gemessen werden muss als der von etablierten Geschäftseinheiten, Erträge – ob nun finanzieller oder anderer Art – müssen von Anfang an spezifiziert und nachverfolgt werden. Wenn neue Produkte/Serviceangebote mit Kunden getestet werden, können im Frühstadium beispielweise ganz einfach Kennzahlen wie „Anzahl der Nutzer, die die Idee sinnvoll finden“ oder „Wie häufig ist die Wiedernutzung“ ausreichend sein. Finanzielle Metriken folgen dann in der Prototyp-Phase  („Sind Nutzer bereit dafür zu zahlen“). Es muss klar sein, dass Innovation auf lange Sicht nur tragbar ist, wenn bei den Kennzahlen ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt wird, der auch organisatorische Fähigkeiten und Leadership-Kennzahlen beinhaltet, die den Aufbau von für eine Innovationskultur nötigen Verhaltensweisen unterstützen.

  • Fehlende Ausgewogenheit innerhalb des Teams

Exzellente Branchenkenntnis, aber keine Ahnung davon, wie Innovation funktioniert. Zu viele Unternehmertypen von außen („entrepreneur-in-residence“), die ohne Rücksicht auf Verluste verbrannte Erde hinterlassen. Beide Ansätze kennt Ahuja aus ihrer Tätigkeit und plädiert für die richtige Balance. Der Blick von außen ist nötig genau wie langjährige Mitarbeiter, die für Innovation brennen und das Unternehmen im Detail kennen: „Die richtige Mischung zu finden, kann ein schwieriger Prozess sein, ist aber unumgänglich. Effektive Innovationsteams arbeiten auf ein Ziel hin und sind divers, sowohl was die Funktionen als auch den beruflichen Hintergrund und Denkstil anbelangt.“

Ahujas Fazit zum Thema intra-unternehmerische Innovation: Raum für Kreativität ist überall und trotz der potenziellen Fallstricke sollten sich Unternehmen nicht davon abhalten lassen, Innovationslabs einzurichten. Sie bieten Intrapreneuren –ganz egal, wo diese im Unternehmen tätig sind – Weiterbildungs- und Networkingmöglichkeiten sowie weitere Ressourcen. Idealerweise sollte es überall im Unternehmen Innovationszellen geben, was oft von diesen Intrapreneuren getrieben werden kann. Denn nur dann kann sich echter Wandel vollziehen und die kulturelle DNA eines Unternehmen durchgängig geändert werden, damit das gesamte Geschäft zu einer Art Innovationslab wird.

Mehr in “Why Innovation Labs Fail, and How to Ensure Yours Doesn’t”, Simone Bhan Ahuja, Harvard Business Review, Juli 2019

NEWS

Bewertungsportal für Unternehmenspartner.

Partnerschaften zwischen Start-ups und großen Corporates funktionieren nicht, weil letztere zu arrogant sind und die Geschäftsrealitäten ersterer ignorieren. Findet Jeremy Basset, Gründer der Innovationsagentur Co:cubed. Gemeinsam mit weiteren Mitstreitern hat er daher die Plattform GoPartner.com ins Leben gerufen, auf der Start-ups anonym bewerten können, wie kollaborativ Unternehmen wirklich sind.

Soziales Netzwerk im DIY-Verfahren. 

Hört sich zwar recht kompliziert an, aber wer gerade nichts Besseres zu tun hat: Der amerikanische Programmierer und Internetkünstler Darius Kazemi hat im Rahmen eines Mozilla Foundation Stipendiums ein Handbuch für die Implementierung von privaten sozialen Netzwerken verfasst, inklusive Herausforderungen und Vorteile eines solchen Setups. Kazemi selbst betreibt seit August 2018 das „Friend Camp“-Netzwerk für circa 50 Freunde und möchte mit seiner Anleitung die Einrichtung kleiner, dezentraler soziale Netzwerke auch anderen ermöglichen. Ein Blick in die Zukunft des Webs …?

Revolut schlägt in Berlin auf. 

Die britische Challenger-Bank Revolut verkündet die Eröffnung eines neuen Tech-Hubs in der Hauptstadt. Ab Oktober sollen sich 80 Softwareentwickler, Datenspezialisten, Produktmanager und Marketingexperten darauf konzentrieren, die Revolutprodukte und -angebote für den deutschen und europäischen Markt zu lokaliseren. Auch die internationale Expansion (Stichwort: USA) wird im Blick des Teams sein. Und das Ganze dann passenderweise in der Heimat des direkten deutschen Wettbewerbers N26, der seinerseits gerade kräftig in London dabei ist, die Werbetrommel zur Gewinnung neuer Kunden zu schlagen.

NUR SO

Mit Schmuck vor Gesichtserkennung schützen

Noch ist es erst ein Kunstprojekt, aber wer weiß. Wenn sich die Dinge in Sachen Privatsphäre so weiterentwickeln, geht dieser „Schmuck gegen Gesichtserkennung“ vielleicht irgendwann mal in Serie:

Nachdem die polnische Designerin Eva Nowak vor ein paar Jahren ihren Abschluss an der Akademie der bildenden Künste in Warschau gemacht hatte, begann sie sich vor dem Hintergrund von Facebooks automatischer Gesichtserkennungssoftware DeepFace mit dem Thema Privatsphäre zu beschäftigen. Ergebnis ihrer Überlegungen ist ein, wie es es nennt, „Gesichtsschmuck”, der aus zwei Messingkreisen besteht, die auf den Wangenknochen liegen, sowie einem länglichen Messingstück auf der Stirn. Dieses KI-Schutzschild vereitelt die Gesichtserkennung und wird per Drahtgestell ähnlich wie eine Brille über den Ohren angebracht. Während das Teil beim Lodz Design Festival den Mazda Design Award erhielt, waren andere weniger begeistert: Als das Chinesische Nationalmuseum Nowaks Designstudio NOWA kürzlich um Einreichungen für eine Ausstellung bat, wurde der Schmuck zum Schutz der Privatsphäre abgelehnt – aus politischen Gründen. Na, sowas.

Autor:
B Connects. Barbara Geier Content Services
www.bconnects.net

Posted by Verena Przybyla
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