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Block Share Was Künstliche Intelligenz mit der Feuerwehr zu tun hat

SMI Absolvent erzählt über sein Projekt

Teile Fabios tolle Story

– Donnerstag, Dezember 12, 2019

Steinbeis SMI Absolvent Fabian Broszio verbindet IT-Fachwissen mit praktischer Rettungsdiensterfahrung – und hat noch einiges vor, damit digitale Prozesse die Arbeit von Einsatzkräften leichter machen.
Bei manchen Menschen merkt man im Gespräch schon nach kurzer Zeit, dass sie – egal, was sie tun – immer mit Leidenschaft bei der Sache sind. Fabian Broszio ist einer davon. Er selbst bezeichnet sich als einen „klassischen Computer Nerd“. Allerdings, und auch das wird schnell klar, einer mit Blick für lebensnahe Anwendungen und technologiegetriebene Problemlösung. Seine Bachelor Thesis zum Thema „Anwendung künstlicher neuronaler Netze bei der Feuerwehr, im Rettungsdienst und dem Bevölkerungsschutz“ ist das beste Beispiel dafür.
Von jugendlichem Unternehmertum zum Feuerwehrmann
Machen und Gestalten hat in Fabians Leben eine lange Tradition. Schon im Alter von 15 Jahren war er als freiberuflicher Webdesigner aktiv: „Programmieren und Medien waren meine Leidenschaft, was dazu führte, dass ich nach der Schule damit beschäftigt war, mit Kunden zu telefonieren und Rechnungen zu schreiben.“ Nach einer Berufsausbildung zum Mediengestalter kam dann irgendwann die Erkenntnis: Das kann es auf Dauer noch nicht sein. Immer nur Computer ist doch zu langweilig. Daher folgte als nächstes eine Qualifikation zum Rettungssanitäter und ein Praktikum bei der Berliner Feuerwehr führte dann zu einer Tätigkeit bei der Freiwilligen Feuerwehr.
Als große Herausforderung beschreibt Fabian diese Erfahrung, mit vielen Eindrücken, aber „auch wirklich schönen Momenten, die mich dann letztendlich auch dazu bewogen haben, eine Ausbildung zum Feuerwehrmann zu absolvieren.“ Nicht genug: 2017 startete der selbstständig tätige IT-Fachmann dann auch noch sein Bachelor-Studium in IT-Management an der Steinbeis School of Management and Innovation, eine Business School der Steinbeis-Hochschule. In dessen Verlauf wühlte er sich vor dem Hintergrund seiner Tätigkeiten und Erfahrungen bei der Feuerwehr immer tiefer in das Thema Bevölkerungsschutz. Und „wühlen“ ist hier durchaus das richtige Wort, denn „dabei war mir kein Buch zu schade, ob zum Thema Betriebswirtschaft, Informatik, Medizin oder Feuerwehr; und sogar das Werk einer Militäroffiziers zum strategischen Management steht bei mir im Schrank.“
Steckenpferd: Künstliche Intelligenz
Und wie kam es dann zu dem – auf den ersten Blick – eher ungewöhnlichen Thema für seine Bachelor Thesis? Ganz einfach: Künstliche Intelligenz ist Fabians besonderes Steckenpferd innerhalb der IT bzw. das Machine Learning als Teilgebiet des großen Überbegriffs KI. Zu den maschinellen Lernverfahren gehören auch sogenannte künstliche neuronale Netze als mathematische Modelle oder Computersimulationen der biologischen neuronalen Verbindungen im Gehirn. Diese kommen bereits in vielen Bereichen zum Einsatz (ohne, dass wir uns dessen bewusst sind), wie z. B. bei der Gesichtserkennung, Kreditabfrage oder wenn Netflix und Amazon uns mit Empfehlungen beglücken. „Im Bevölkerungsschutz und der Gefahrenabwehr, bzw. dem Notfallrettungsdienst und der Feuerwehr werden sie allerdings nicht oder nur sehr wenig genutzt“, erläutert Fabian. Und das, obwohl es diverse Anwendungsgebiete gibt, in denen Künstliche Intelligenz Menschen in diesem Bereich sinnvoll und problemlösend unterstützen könnte.
Dazu gehören beispielsweise die teilautomatisierte Notabrufabfrage und Alarmierung, wo künstliche neuronale Netze vor allem in der Sprachanalyse Arbeitsprozesse beschleunigen können. Auch im Bereich Materialverbrauchsvorhersagen gibt es sinnvolle Einsatzmöglichkeiten, um Beschaffungskosten zu reduzieren, die normalerweise zu Lasten der Versicherer und damit auch zu Lasten der Gesellschaft gehen, wie Fabian erläutert. Man muss hier weder besonders viel von dieser spezifischen Branche noch von KI verstehen, um das Potential von Technologieeinsatz in diesem Bereich zu sehen.
KI könnte mehr, wenn der Mensch mit macht
Bleibt die Frage, warum diese Möglichkeiten im Bereich Bevölkerungsschutz nicht wahrgenommen werden. Aus Fabians Sicht kommt hier ein Aspekt zum Tragen, der im Zusammenhang mit der digitalen Transformation – nebenbei – in allen Bereichen immer wieder in den Vordergrund tritt: „Es gibt einen Mangel an interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachkräften, d. h. die IT-Experten, die Einsatzkräfte selbst, die wissen, was in der Realität gebraucht wird, und das Management.“ Ein weiterer Punkt ist – ganz schnöde – das liebe Geld. Behörden und Hilfsorganisationen erwirtschaften meist keine Gewinne und haben dementsprechend eingeschränkte Budgets, sodass die Privatwirtschaft wenige Anreize für eine Zusammenarbeit hat. Und experimentelle Forschung, die Innovationen fördert, ist eben kostspielig.
Außerdem: „Damit aus den Möglichkeiten Anwendungen werden, müssen wir auch bereit sein, wenig sinnstiftende Ängste bezüglich KI abzulegen, um den IT Entwicklungs- und Integrationsprozess voranzubringen und zwar mit einem realistischen Auge darauf, was nutz- und einsetzbar ist.“ Fabians Bachelor Thesis setzt an dieser Stelle an, indem Anwendungsgebiete aus Sicht des Managements beleuchtet und gleichzeitig Probleme in der Umsetzung aufzeigt werden.
Vom Bachelor zum Master und eigenen Start-up
Für den Webdesigner-Mediengestalter-Rettungssanitäter-Feuerwehrmann ist der dieses Jahr erworbene Bachelor-Abschluss übrigens (wenig verwunderlich) noch nicht der Schlusspunkt. Inzwischen hat er seinen Master an der Steinbeis SMI gestartet, um seine Themen im Rettungsdienst-Sektor weiter voranzutreiben – mit Fokus auf den Bildungsbereich. Gerade hier sieht er Bedarf für die Integration von KI, um den praktischen Bildungsanteil zu erhöhen und den Transfer von Wissen in die Praxis zu ermöglichen, sowie Handlungsbedarf, damit die von ihm beschriebenen Ängste, die im Zusammenhang mit dem Technologieeinsatz existieren, nicht zum Problem werden: „Prozessautomatisierungen und das Bildungsangebot in der Qualität zu erhöhen und gleichzeitig den Lernerfolg zu steigern, geht mit diesem Digitalisierungsprozess einher und ist realistisch. Es ist und bleibt aber eine Herausforderung.“
Im Rahmen seines Master-Studiums geht er diese nun konkreter an und beschäftigt sich mit dem „Wie“. Herausgekommen ist dabei bereits ein Start-up im Bereich Digital Education, das 2020 an den Start gehen soll. Der Transferansatz der Steinbeis SMI Programme, der unternehmerische Relevanz und die praktische Übertragung von Wissen in die Praxis in den Mittelpunkt des Studiums stellt, spielt für Fabian dabei im doppelten Sinn eine Rolle: „Die Steinbeis SMI setzt mit ihrem berufsbegleitenden Studium und dem Einsatz von agilen Lernmethoden den Transfer von Wissen in die Realität um. Wissenstransfer ist auch mein Thema und von daher kann ich mich durch mein Studium doppelt inspirieren lassen.“
Fabian Broszio liebt den Wissenstransfer, auch an der SMI
Fabian Broszio liebt den Wissenstransfer, auch an der SMI
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